

Warum Tiefgang?
Ich mag sprachliche Bilder und Mehrdeutigkeiten – übrigens ein wichtiges Tool im Coaching – und im Namen „tiefgang“ stecken für mich gleich zwei davon.
Da ist zum einen das Bild des Eisbergs: Nur ein kleiner Teil ist an der Oberfläche sichtbar. Darunter liegt vieles, was uns prägt und beeinflusst – Erfahrungen und Überzeugungen, Wünsche und Bedürfnisse, Fähigkeiten und Kraftquellen.
Tiefgang bedeutet für mich dabei nicht, möglichst tief zu graben oder alles ans Licht zu holen. Der Blick richtet sich nach vorn. Unter die Oberfläche schauen wir dort, wo es hilfreich ist: wenn uns etwas zurückhält oder wenn dort etwas zu entdecken ist, das weiterhilft.
Und dann ist da der Tiefgang eines Schiffes. Ist ein Schiff zu schwer beladen, kann es auf Grund laufen und seine Manövrierfähigkeit verlieren. Hat es dagegen zu wenig Tiefgang, fehlt ihm Stabilität.
Auch dieses Bild gefällt mir. Manchmal ist es gut, unnötigen Ballast loszuwerden. Aber nicht alles, was Gewicht hat, ist Ballast. Es gibt auch Dinge, die unserem Leben Bedeutung geben, weil sie uns wirklich wichtig sind. Fehlt dieser Tiefgang, kann ein Leben von außen gut aussehen und sich trotzdem merkwürdig haltlos anfühlen.
Es kommt eben auf den richtigen Tiefgang an.

